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17.02.2021 In der Warteschleife

Haustiere … als ich noch im Elternhaus lebte, durften es nur solche sein, die in festen Behältnissen lebten. Seit der ersten eigenen Wohnung begleiten mich Katzen, und wegen Berufstätigkeit war an mehr auch gar nicht zu denken. Doch für die Zeit nach dem Berufsleben bestand der klare Plan, einen Hund zu adoptieren.

Im vergangenen Jahr haben das sehr viele Leute getan, weil sie Corona-bedingt sehr viel Zeit hatten. Darüber gefreut hat sich am allermeisten wohl der illegale Welpenhandel mit seinen Vermehrern. Verlierer dabei waren (und sind weiterhin) die Welpen, die es entweder gar nicht lebend ins eigene Zuhause schaffen oder kurz darauf mangels Impfungen schwer erkranken oder auch ihr Leben lang an den Folgen ihrer miesen Aufzucht leiden. Verlierer auch die Mutterhündinnen, die aufgrund der gestiegenen Nachfrage weiterhin in dreckigen Verschlägen einen Wurf nach dem nächsten produzieren müssen; nicht zu vergessen die Deckrüden, deren Haltung ebenfalls erbarmungswürdig ist.

Ein Welpe war für mich aber nie ein Thema. Ein erwachsener Hund sollte es sein, der seine Pubertät erfolgreich abgeschlossen hat und empfänglich ist für „vernünftige“ Ansprache. Einer, dem nicht nur ich etwas beibringe, sondern umgekehrt auch er mir etwas. Und ein Tierschutzhund sollte es sein.

Da ich seit Jahren diesen Plan verfolge, habe ich mich peu à peu auf dieses Ereignis vorbereitet, schaue mir Sendungen über Hunde an, lese Bücher, beobachte draußen den Umgang zwischen Menschen und ihren Hunden. Immer mit dem Hintergrund, dass ich eines Tages darauf zurückgreifen können möchte, wenn am Ende der Leine ein eigener Wauwau lächelt.
Dieser Tag rückt nun näher.
Es ist inzwischen nämlich so konkret geworden, dass ich gesucht, gesucht und gefunden habe. Meine Idealvorstellung war zwar, den Hund per persönlichem Kennenlernen auf einer Pflegestelle anzutreffen, doch das hat sich leider nicht ergeben. Mein Suchraster schließt bestimmte Eigenschaften ein, und die Mehrzahl der infrage kommenden Hunde befindet sich in den spanischen Tierheimen und Pflegestellen.

Die Weichen sind gestellt, „mein“ Hund sitzt auf Fuerteventura und wartet auf einen Flugpaten. Am vorletzten Wochenende hätte er theoretisch schon hier ankommen können, wenn nicht der Flug gestrichen worden wäre. Ich kann da nichts Hilfreiches tun, die Organisation sucht weiter aktiv auf allen Kanälen. Ich nutze die Zeit für häusliche Vorbereitung.
Seine Grundausstattung ist da: Liegeplätze, Kuscheldecke, Näpfe, Halsband, Geschirr und Leinen. Dazu so nützliche Dinge wie Beutelspender, Zeckenzange, Schleppleine, Futterdummy. Für Hunde kann man schöne Sachen selbst nähen, und zu diesem Thema habe ich auch einige Bücher. Die Stoffknochen fand ich klasse und habe gleich mehrere gemacht (sind auch prima Geschenke für Freunde bzw. deren Hunde).

Stoffknochen rosa Stoffknochen gestreift und grün gemustert

Als nächstes Projekt habe ich mir eine Patchworkdecke vorgenommen, die ich leicht falten und in die Tasche stecken kann. Sie wird uns begleiten, wenn ein Besuch irgendwo ansteht, wo nicht nur ich es gemütlich haben soll.

Draußen taut es, und das ist gut so. Wir hatten es ja echt kalt hier die letzten Tage. Aus diesem Grund bin ich gar nicht so unglücklich, dass es mit dem Flug noch nicht geklappt hatte, denn so ein Sonnenkind muss nicht von Schnee, Eis und frostigen Temperaturen überrascht werden. Mäntelchen nähen steht mir auch noch bevor, ich sammle schon Stoffe dafür.
Und eine Schnüffeldecke werde ich nähen, aus alten Jeans und so. Für interessante Beschäftigung drinnen, wenn das Sonnenkind die Pfote nicht länger als nötig ins deutsche Wetter setzen möchte.

Es fühlt sich seltsam an, so in der Warteschleife zu hängen, andererseits befeuert es die Kreativität. Wie nutze ich diese erzwungene Wartezeit so gut wie möglich? Was kann ich noch anders stellen/anordnen, um mehr freien Raum zu gewinnen?
Wenn er dann kommt, werde ich an dem Tag backen. Einen Probelauf hatte ich schon, und die Hundekekse fanden großen Anklang. Noch tagelang roch die Wohnung lecker, und ich dachte mir, das ist ein schönes Willkommen. Wo es so gut duftet, möchte er hoffentlich gern einziehen.

Willkommensgruß Hundekekse

Und einen Abend lang habe ich mich damit beschäftigt, die Situation in einer Collage auszudrücken. Hoffe, dass ich sie bald aktualisieren kann.

Flugpate gesucht

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